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„Vor jedem Spiel eine Voltaren“
Andreas Erm war „total am Ende“. Mehr als dreieinhalb Stunden hatte sich der Geher auf den Straßen von Paris gequält, im Ziel bejubelte er erschöpft die Bronzemedaille bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2003. Mehrfach hatte der Leichtathlet während seines Laufes nach Schmerzmitteln gerufen. Später erklärte Erm, dass er ohne die Medikamente niemals den Wettkampf hätte beenden können. Ein „couragiertes Rennen“ nannte es die ARD.
Diclofenac, Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol – in vielen Sportarten greifen Athleten auf Tabletten zurück. „Aus umfangreichen Datensätzen geht hervor, dass in Stichproben einhundert Prozent der Sportler beim Gewichtheben oder in der Leichtathletik Schmerzmittel genommen haben“, erklärte Professor Mario Thevis gegenüber diesem Medium. „Es ist an der Zeit, dass Thema kritisch zu hinterfragen.“ Der Sprecher des Zentrums für präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln bezeichnet den Gebrauch dieser Substanzen als „alarmierend hoch“.
Schmerzmittel werden zum täglichen Lebensinhalt von Sportlern
Als Jermaine Jones noch bei Eintracht Frankfurt spielte, plagten den Mittelfeldspieler vor knapp drei Jahren starke Schmerzen. Ein Haarriss im rechen Schienbein, es folgten Entzündungen. Der heutige Schalker tat das, was von vielen Trainern, Fans und Medien heroisiert wird: Er ignorierte die Warnsignale seines Körpers und schleppte sich durch die Saison. Später erklärte er sein Durchhaltevermögen. Monatelang habe er Schmerztabletten genommen, „vor jedem Training eine und an den Spieltagen zwei. Manchmal auch mehr.“